Karate

Karate
Kara = leer, unbewaffnet Te = Hand

Karate ist eine Kampfkunst bei der, der Hauptschwerpunkt auf Block-, Schlag-, Stoss- und Tritttechniken liegt. Zwar gibt es auch Hebel- und Wurftechniken, diese spielen, im Vergleich zum Judo oder Aikido, aber nur eine sehr untergeordnete Rolle. Ein typisches Karatetraining teilt sich in drei Bereiche:

Beim Kihon werden die Grundtechniken und Grundstellungen geschult. Meistens werden dazu geradlinige Bahnen mit vorgegebenen Stellung, Schlag- und Tritttechniken abgelaufen.

Die Kata erweitert das Konzept des Kihon dahingehend, dass nun komplexere Techniken zwar in Grundschulform aber verschiedenen Richtungen und Stellungen ausgeführt werden. Es ist eine Art Schattenboxen, bei der aber alle Bewegungen exakt vorgegeben sind und stellt eine Vorbereitung auf den echten Kampf dar.

Das Kumite kommt dem realen Kampf am nächsten. Hier üben zwei oder mehr Partner Angriffs- und Verteidigungstechniken nach mehr oder weniger festen Vorgaben. Die höchste Stufe ist der Freikampf (wie er auch im Wettkampf ausgeführt wird), bei dem beide Sportler völlig gleichberechtigt agieren.

Es gibt verschiedenste Formen des Kumites aber am meisten verbreitet ist die Form des Leichtkontakts. Hier werden alle Angriffe zwar mit maximaler Kraft und Geschwindigkeit ausgeführt, müssen aber kurz vor dem Ziel gestoppt werden, bzw. dürfen den Gegner nur leicht berühren. In der Praxis wird der Leichtkontakt aber meist nur bei Techniken zum Kopf umgesetzt, während Techniken zum Körper oft nahe zum Vollkontakt ausgeführt werden.

Die Regeln im sportlichen Wettkampf hängen von der jeweiligen Stilrichtung ab. In der Regel sind aber Techniken zu den Augen, Genitalien und Knien untersagt. Würfe sind meist zulässig, während Hebel-, Halte- und Wurftechniken verboten sind.

Neben dem Wettkampfkumite existiert auch ein Katawettkampf bei dem die Athleten bestimmte Katas* vorführen und ähnlich wie beim Eiskunstlauf von einer Jury von Wertungsrichtern beurteilt werden.

Neben den Aspekten der Selbstverteidigung und des Wettkampfes, sollte Karate auch der geistigen, moralischen und körperlichen Erziehung der Ausübenden dienen. Karate richtig ausgeführt und abseits der Wettkampfschiene hat einen hohen gesundheitlichen Wert, weil ähnlich wie beim Turnen alle Teile des Körpers gleichberechtigt trainiert werden. Karate schult eine exakte Körperbeherrschung. Dies verlangt hohe Konzentration, viel Fleiss und das ernsthafte Bemühen um die richtige Technik.

Karate ist daher für Kinder weniger geeignet. Relativ wenige Techniken müssen mit hohen Wiederholungszahlen geübt werden, was für Kinder oft nur schwer interessant zu gestalten ist. Für Jugendliche ist Karate eine hervorragende Körperschulung aber gerade auch in dieser Altersgruppe stellt das Aufrechterhalten der Motivation die grösste Herausforderung für den Trainer dar.

Für Ältere ist Karate ein sehr geeigneter Sport, da ein Grossteil der Zeit ohne Partner und damit verletzungsfrei trainiert werden kann. Die meisten Zweikampfübungen sind genau abgesprochen, so dass auch hier das Verletzungsrisiko sehr gering ist. Natürlich müssen bei Älteren Abstriche hinsichtlich Flexibilität und Koordination gemacht werden, aber gerade dies wird beim Karate besonders trainiert und wirkt so den altersbedingten körperlichen Einschränkungen entgegen. Zudem bietet das Karate auch in intellektueller und philosophischer Hinsicht genügend Tiefe, was gerade für Ältere interessant sein kann.